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Spaziergang im Osterode Stadtwald macht Priorität der Klimapolitik deutlich

Am Sonntag, den 24. März hatte der Ortsverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Altkreis Osterode zur Klimawandel-Wanderung in den Osteroder Forst eingeladen. Gefolgt waren der Einladung rund 20 Personen aus Osterode und Umgebung.

03.04.19 –

Zur Eröffnung der Veranstaltung dankte Wolfgang Schubert, der Vertreter des grünen Ortsverbands, dem hiesigen Forstamtsleiter Rudi Buff sehr herzlich für seine Bereitschaft, den Teilnehmer*innen einen Einblick in die Folgen des Klimawandels für den hiesigen Wald zu gewähren. „Wir GRÜNE,“ so Schubert weiter, „möchten mit diesem Spaziergang einer breiteren Öffentlichkeit die Möglichkeit zur Information vor Ort geben. Denn erst wenn ich verstehe, was mit unserem Wald passiert, werde ich auch mein Verhalten entsprechend ändern.“

Im Lauf des Spaziergangs war vor allem die Verschiebung der Baumgrenzen und der Niedergang der Fichte Thema. Aufgrund der ansteigenden Durchschnittstemperaturen und der ausbleibenden Feuchtigkeit sowie der starken Sturmsituation in den letzten Jahren sei es für die Fichte immer schwieriger geworden, ihren Standort auf den niederen Flächen zu verteidigen. Die bisherige „Brot-erwerbskultur“, wie die Fichte häufig genannt wird, werde kaum mehr nachgepflanzt, so Stadtförster Buff. Aber auch andere Bäume, wie die Buche, die Lärche oder die Tanne, litten stark unter der Trockenheit und dem Käferbefall, der den Waldbesitzern das Leben zunehmend erschwere. Mitt-lerweile werde über Baumkulturen aus dem mediterranen Bereich nachgedacht, um für die weiter steigenden Temperaturen und die Wasserknappheit im Sommer gewappnet zu sein. Ob andere Baumarten sich in Zukunft erfolgreich verkaufen lassen, ist ungewiss. Entscheidungen, die für die nächsten 200 Jahre zu treffen sind, über die jetzt nötigen Neuanpflanzungen sind für die Förster aufgrund des Klimawandels äußerst schwierig. Der Osteroder Stadtwald wird durch den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten sein Gesicht radikal verändern, wie genau ist allerdings noch offen.

Für die grüne Europa-Kandidatin Viola von Cramon zeigt die Situation in den Harzer Wäldern, welche Folgen der Klimawandel in der hiesigen Waldgesellschaften bereits verursacht hat und wie fatal sich deshalb die letzten Stürme auf die geschwächte Fichte haben auswirken können. „Der Kampf gegen den Klimawandel“, so die frühere Bundestagsabgeordnete von Cramon „muss für die künftigen Abgeordneten im Europäischen Parlament absolute Priorität besitzen. Das ist uns allen bei diesem Spaziergang wiederholt vor Augen geführt worden. Nur wenn wir wirksame Maßnahmen gegen eine weitere Temperaturerhöhung ergreifen, können wir auch in diesen Breiten in 10 oder 20 Jahren noch gesunde Wälder vorfinden. Aus unserer Sicht müssen alle Sektoren – Energie, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft – ihren Beitrag leisten. Die Maßnahmen müssen deutlich ambitionierter werden, wenn wir die Klimaschutzziele bis 2030 erreichen wollen.“

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