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Unsere Kandidierenden für Bad Sachsa und Tettenborn

Für die Kommunalwahl 2026

Für eine starke Gemeinde, ein ­gutes ­Miteinander und eine nachhaltige ­Zukunft – dafür treten wir an.

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Wahlprogramm der Grünen in Bad Sachsa

VORWORT

VORWORT

DIE GRÜNEN FÜR BAD SACHSA: NACHHALTIG – INNOVATIV – MUTIG

Am 13. September geht es um die Zukunft unserer Stadt und ihrer Ortsteile. Wie wollen wir leben, arbeiten und wohnen? Wir von Bündnis 90/Die Grünen wollen ein soziales, modernes, gerechtes und lebenswertes Bad Sachsa und wir liefern Konzepte für eine Stadt, die mutig vorangeht.
Unser Ziel: Eine attraktive Stadt im Herzen des Südharzes, die ökologisch, wirtschaftlich und sozial stark ist. Eine Stadt, in der Kinder Platz zum Spielen haben, Jugendliche Perspektiven finden und ältere Menschen Unterstützung erhalten. Eine Stadt, die sich an veränderte klimatische Bedingungen anpasst und lebenswert bleibt.
Wir glauben an die Menschen in dieser Stadt – und wir wollen, dass sie ihre Zukunft mitgestalten.
Deine Stimme macht einen Unterschied – nutze sie! Wähle am 13.09. GRÜN

SOZIALER ZUSAMMENHALT STÄRKT DEMOKRATIE

SOZIALER ZUSAMMENHALT STÄRKT DEMOKRATIE

Bad Sachsa ist eine vielfältige Stadt. Menschen mit unterschiedlicher Herkunft, mit und ohne Behinderung, mit unterschiedlichen Sprachen, Biografien und Perspektiven leben hier zusammen. Wir sehen Vielfalt als Stärke! Für uns bedeutet Integration und Inklusion: alle Menschen müssen gleichberechtigt teilhaben können - unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Aufenthaltsstatus oder körperlichen Voraussetzungen. In Bad Sachsa soll jeder Mensch – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sexueller Identität, mit oder ohne Behinderungen – selbstbestimmt und sicher leben können.

Dafür setzen wir uns ein:

Demokratie schützen

Wir setzen uns für den Schutz unserer Demokratie ein, denn sie ist kein Selbstverständnis. Auch in Bad Sachsa erleben wir, dass rechtspopulistische Kräfte versuchen, Stimmung zu machen und Menschen gegeneinander auszuspielen. Wir stellen uns klar dagegen:

  • Wir GRÜNE treten entschieden für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft ein. Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die ihr aktiv den Rücken stärken. Wir wollen Initiativen, Vereine und Schulen stärken, die sich gegen Hass und Hetze engagieren. Veranstaltungen zur Demokratiebildung und Begegnungsräume für alle Kulturen sollen geschaffen und stärker unterstützt werden, um eine starke und vernetzte Zivilgesellschaft zu fördern.
  • Unsere demokratischen Strukturen müssen vor Missbrauch geschützt werden. Wir passen die Geschäftsordnung von Rat und Ausschüssen so an, dass Kommunalpolitiker*innen nicht durch Hinhaltetaktiken und Blockade-Tricks von Verfassungsfeinden mürbe gemacht werden. Transparenz und Fairness stehen im Mittelpunkt, darum versuchen wir immer, parteiübergreifend zu arbeiten und fördern und fordern eine faire Debattenkultur und ein respektvolles Miteinander im Rat und in den Ausschüssen.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass Vorsitzende gezielt in Moderation und Deeskalation geschult werden, für eine offene und respektvolle Debattenkultur. Von den Fraktionen und fraktionslosen Ratsmitgliedern sowie der Verwaltung fordern wir eine klare Haltung: keine Zusammenarbeit mit Verfassungsfeinden. Denn für extremistische Gruppen und Organisationen, die unsere Demokratie angreifen, darf es in Bad Sachsa keinen Raum geben.
  • Wir wollen verbindliche Regeln in den Hausordnungen kommunaler Gebäude und bei der Vergabe von Räumen und Standplätzen schaffen, damit Bad Sachsa weltoffen bleibt und wir Hass keine Bühne geben.

Eine Stadt für alle Generationen

Familienfreundliche Lebensräume schaffen

Familien und Kinder verdienen Sicherheit, Unterstützung und faire Chancen. Bad Sachsa ist von einer älteren Bevölkerungsstruktur geprägt, Familien mit Kindern leben in rund einem Viertel der Haushalte – dies gilt es zu steigern. Bündnis 90/Die Grünen stehen für finanzielle Entlastung, gute Bildung, starke Betreuung und gezielte Förderung – besonders auch für Alleinerziehende und zugezogene Familien. Alle Kinder sollen die gleichen Möglichkeiten haben, unabhängig von Herkunft, Einkommen oder individuellen Einschränkungen.
Wir schaffen ein Bad Sachsa, in dem Kinder und Familien willkommen sind. Mit sicheren Spielplätzen und Schulwegen und vielfältigen Sportanlagen. Die vorhandenen Spielplätze bedürfen einer regelmäßigen Wartung und einer an den Bedarfen orientierten kontinuierlichen Weiterentwicklung. Wir regen an, die Möglichkeit eines Bolzplatzes oder einer Soccer Arena zu prüfen, die für alle Kinder frei zugänglich ist und nicht direkt auf einem Schulgelände liegt, um das Freizeitgefühl in den Vordergrund zu stellen.

Dafür setzen wir uns ein:

Kindertagesstätten ausbauen und stärken

Wir setzen uns für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein – mit einem vielfältigen, flexiblen und bedarfsgerechten Kita-Angebot. Das heißt konkret: Ausreichend U3-Plätze, ein vielfältiges und qualitativ gutes Ganztagsbetreuungsangebot, mehr Betreuungspersonal, flexible Öffnungszeiten ohne Mittagsschließungen. Die Abgabe der Kinderbetreuung an den Landkreis auf der Basis finanzieller Erwägungen wollen wir prüfen, um für die Kinder in unserer Kommune das bestmögliche Angebot zu schaffen.
In einer Stadt wie Bad Sachsa, die von Wald umgeben ist, sollten unsere Kinder die Möglichkeit erhalten, diesen natürlichen Lebensraum zu begreifen und praktisch zu erleben. Gerade in unserer Gesellschaft, in der Konsum und Umgang mit digitalen Medien für viele Familien zum Alltag gehören, bietet der tägliche Aufenthalt in der Natur viele positive Effekte auf für die kindliche Entwicklung. Der Besuch einer Wald-Kindergartengruppe fördert nachweislich das Umweltbewusstsein sowie das Immunsystem der Kinder, stärkt soziale Kompetenzen und regt ihre Fantasie an. Die Motorik und Geschicklichkeit werden durch das Lernen im Wald spielerisch gefördert. Deshalb fordern wir die Einrichtung einer Wald-Kindergartengruppe als zusätzliches Angebot in Bad Sachsa.

Chancengleichheit in der Schule fördern

Alle Kinder verdienen die gleichen Bildungs- und Entwicklungschancen, unabhängig von sozialer oder wirtschaftlicher Lage. Das heißt für uns: qualifizierte Unterstützung für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf, Digitalisierung, die zügige bauliche Erneuerung der Grundschule, den Ausbau von Schüler*innenaustauschangebote für ein gelebtes Europa in Bad Sachsa. Die bestehende langjährige Städtepartnerschaft mit Castelnau-de-Medoc bietet hier beste Anknüpfungspunkte.
Wir stehen an der Seite aller Familien in Bad Sachsa. Wir schaffen Angebote, die Integration fördern, Sprachbarrieren abbauen und Teilhabe ermöglichen – damit alle Kinder stark ins Leben starten können. Wir begrüßen einen bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Ausbau von Ganztagsschulen, denn das unterstützt die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, individuelle Förderung und mehr Bildungsgerechtigkeit. Daher unterstützen wir die Grundschule Bad Sachsa im Rahmen unserer Möglichkeiten auf dem Weg, ihr Ganztagsangebot auszubauen.

Stärkung des Jugendzentrums in Trägerschaft des JIBS e.V.

Das Jugendzentrum unter der Trägerschaft der Jugendinitiative Bad Sachsa e.V. (JIBS) leistet sehr gute Jugendarbeit, die im Wesentlichen von der Stadt finanziert wird. Wir stehen dafür, dass diese Kooperation konstruktiv fortgeführt wird und die Stadt weiterhin die Gebäudekosten und die Personalkosten trägt. Hier gibt es Räume, in denen junge Menschen sich aufhalten können, ohne etwas kaufen zu müssen. Räume, die aktiv von jungen Menschen mitgestaltet werden können und verschiedenen Altersgruppen gerecht werden. Die Jugendpflegerin setzt sich für die Jugendlichen ein, hilft ihnen beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt und gestaltet ein vielfältiges Freizeitangebot.

Älter werden in Bad Sachsa

Älter werden ist Teil des Lebens – und verdient Respekt, Unterstützung und echte Teilhabe. Bündnis 90/Die Grünen setzen sich dafür ein, dass sie auch im Alter selbstbestimmt leben, am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich sicher und gut versorgt fühlen können – unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort. Zusammen mit dem/der Seniorinnenbeauftragten wollen wir die Belange von Senior:innen stärker berücksichtigen und ein Netzwerk aufbauen, um Einsamkeit zu begegnen:

  • Wir wollen, dass niemand im Alter vergessen wird. Altersarmut und Einsamkeit sind gesellschaftliche Probleme, denen wir lokal begegnen können. Das heißt konkret: Sozialräume stärken, in denen Begegnung, Beratung und Unterstützung stattfinden können – z.B. in Form von Senior*innen-Cafés, Mittagstischen oder Sozialsprechstunden. Die Knätsch-Ecke ist ein bereits etabliertes Format, was aber nicht alle Senior:innen erreicht. Darauf aufbauend wollen wir weitere Ideen entwickeln.
  • Kultur- und Sportangebot erhalten und ausbauen: Es gibt bereits einige Sportangebote, die konkret auf die ältere Bevölkerung abzielen und gut angenommen werden. Diese gilt es zu erhalten und auszubauen, denn Gesundheit im Alter schafft Lebensqualität. Das Kulturangebot hält auch Veranstaltungen für Senior:innen bereit, allerdings liegen diese häufig in den Abendstunden, was für viele einschränkend wirkt. Ein punktueller Shuttle-Service könnte Abhilfe schaffen.

Geschlechtergerechtigkeit fördern

Noch immer sind Frauen im Stadtrat, in Ausschüssen, Aufsichtsräten und der Verwaltungsspitze unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern und setzen uns für eine paritätische Besetzung ein.
Wir setzen uns mit Nachdruck für die Besetzung der Stelle der/s Gleichstellungsbeauftragten ein, um die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Kommune zu fördern.
Wir setzen uns für eine diskriminierungsfreie und gendersensible Sprache in Politik und Verwaltung ein.

Inklusive Stadtentwicklung

Jede neue Maßnahme - ob Mobilitätskonzept, Wohnungsbau oder Kulturangebot - muss auf Barrierefreiheit und Teilhabe überprüft werden. Wir setzen uns für ein kommunales Inklusionsbarometer ein, das Fortschritte messbar macht und Betroffene aktiv einbindet. Wheelmap ist eine Karte für rollstuhlgerechte Orte, ein erstes Mapping hat in Bad Sachsa bereits stattgefunden. Daran anknüpfend sollten die identifizierten Hürden beseitigt werden, um Barrierefreiheit bestmöglich zu fördern. So sollten z. B. familienfreundliche und barrierefreie Sanitäreinrichtung für alle vorgehalten werden.

Haushalt stärken

Wir setzen uns dafür ein, verfügbare Fördermittel für notwendige Investitionen konsequent heranzuziehen. Dies entlastet den kommunalen Haushalt und schafft Ressourcen in der Verwaltung.

Bürgerbeteiligung für eine transparente Kommunalpolitik

Transparenz schafft Vertrauen. Deshalb ist Bürgerbeteiligung für uns ein Grundprinzip der Kommunalpolitik. Wir wollen politische Prozesse durch frühzeitige Information und Mitwirkung nachvollziehbar machen und die lokale Demokratie stärken. Dazu gehört auch die Verbesserung digitaler Beteiligungsformate, um die Reichweite politischer Teilhabe zu erhöhen.
Für eine positive Beteiligungskultur schaffen wir Möglichkeiten:

Leitlinien für kommunale Bürger:innenbeteiligung

Um die Grundhaltung einer positiven Beteiligungskultur verbindlich und nachvollziehbar zu formulieren, sollen gemeinsam mit den Bürger:innen Leitlinien für kommunale Bürger:innenbeteiligung erarbeitet und vom Rat verabschiedet und getragen werden. Dazu gehört, barrierefreie und datensichere Online-Dienste für alle zentralen Verwaltungsanliegen zur Verfügung zu stellen.

Bürger:innenräte

Um bei großen Investitionen und Vorhaben, die für die Kommune oder einzelne Quartiere prägend sein können und tief in die Lebensqualität der Bürger:innen und/oder in das Erscheinungsbild der Kommune eingreifen, verschiedene Perspektiven einzubeziehen und den Austausch zu fördern, wollen wir die Möglichkeit von Bürger:innenräten prüfen. Diese ca. 30 per Los ausgewählten Bürger:innen diskutieren repräsentativ für die Bevölkerung komplexe politische Themen und erarbeiten Empfehlungen. Das schafft Transparenz und Vertrauen.

Echte politische Teilhabe durch einen Jugendstadtrat

Viele junge Menschen haben das Gefühl, Politik wird sowieso nicht für sie gemacht. Das ist gefährlich, denn es bietet den perfekten Nährboden für Politikverdrossenheit und Extremismus. Wir zeigen jungen Menschen, dass ihr Engagement und ihre Stimme in der Politik wirklich zählen, sie sind ein bedeutender Teil unserer Demokratie. Kinder und Jugendliche müssen daher bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligt werden.
Ein Jugendstadtrat mit Rede- und Antragsrecht in den Ausschüssen des Rates ermöglicht echte Teilhabe. Der bereits auf den Weg gebrachte Kinder- und Jugendbeirat mit 10 Mitgliedern aus den ortsansässigen Schulen ist ein wichtiger erster Schritt, der mit Leben gefüllt werden muss. Junge Menschen und ihre Bedürfnisse müssen endlich gehört und ernst genommen werden. Dabei geht es natürlich um Zukunftsthemen, von denen die heutige Jugend betroffen sein wird, aber auch um alltägliche Herausforderungen in ländlichen Räumen (z.B. Mobilität und Infrastruktur). Wir stehen für echte Jugendbeteiligung, denn es geht um die Zukunft unserer Gemeinde. Dafür wollen wir Unterstützungsangebote schaffen, die jungen Menschen den Zugang zu politischen Prozessen näherbringen und sie bei der Entwicklung ihrer Projektideen bis zur Entscheidungsreife begleiten. Kinder und Jugendliche müssen bei Planungen und Vorhaben, die ihre Interessen berühren, in angemessener Weise beteiligt werden. Das bedeutet auch, dass junge Erwachsene (von 18 bis 27 Jahren) eine Stimme erhalten, aufbauend auf dem Jugendstadtrat müssen entsprechende Strukturen geschaffen werden. Dafür setzen wir uns ein!

KLIMA- & NATURSCHUTZ

KLIMA- & NATURSCHUTZ

Klimaschutz ist Menschenschutz. Auch wir in Bad Sachsa sind vom Klimawandel betroffen. Wir wissen, Klimaschutz geht nur sozial gerecht. Das heißt, wir denken beim Klimaschutz immer die soziale Komponente mit. Wir stellen uns den Herausforderungen durch die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes für eine sozial gerechte Transformation in unserer Stadt und ihren Ortsteilen. Dafür wollen wir:

Klimaschutz konkret machen

Das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Bad Sachsa zur Erreichung der Klimaneutralität soll fristgerecht und in vollem Umfang umgesetzt werden. Das heißt konkret: besseren ÖPNV und höhere Taktung, Haushaltsmittel für Klimaschutz und -anpassung bereitstellen. Ein wichtiges Instrument, um Klimaschutz konsequent als Querschnittsthema mitzudenken, stellt der Klimacheck für kommunale Entscheidungen dar – dieser schafft zugleich mehr Transparenz in politischen Entscheidungen und fördert eine an den Bedürfnissen der Bürger:innen ausgerichtete glaubwürdige Politik.

Erneuerbare Energieversorgung, die langfristig Strom- und Heizkosten senkt

Erneuerbare Energien werden lokal umgesetzt – ob durch Windkraft, Photovoltaik oder kommunale Wärmeplanung. Wir wollen Bad Sachsa in die Lage versetzen, aktiv zur Energiewende beizutragen: mit klaren Planungsrechten, Bürgerbeteiligung und fairer Verteilung der Einnahmen. So bleibt die Energiewende demokratisch, dezentral und erfolgreich. Unsere Ideen für die relevanten Bereiche sind nachfolgend konkretisiert:

Wärmeplanung auf Quartiersebene

Die Stadt Bad Sachsa ist verpflichtet, bis spätestens zum 30.06.2028 Wärmepläne für ihr Gemeindegebiet zu erstellen (§ 4 Wärmeplanungsgesetz (WPG). Dieser Forderung ist die Stadt mit der Vorlage der Kommunale Wärmeplanung Bad Sachsa und Walkenried (vom 25.07.2025) nur teilweise nachgekommen. Die Analyse beschränkt sich auf allgemeine Aussagen und Vorschläge. Gezielte Handlungsvorschläge werden vermisst.
Wir wollen die Planung konkretisieren, sodass für der Bevölkerung klar ersichtlich wird, wo genau es sinnvoll ist, Wärmenetze zu errichten, in welchen Gebieten Individuallösungen (Wärmepumpen) zur Vermeidung von klimagefährdenden Gasen (CO2) erforderlich sind und ob ein weiterer Ausbau bzw. Einsatz von Biomasse-Heizungen sinnvoll und machbar erscheint.
Auch die Möglichkeit, die Abwärme der Kläranlage in das Wärmekonzept einzubeziehen, muss geprüft werden. Eine Aussage hierzu fehlt in der von der Stadt vorgelegten Wärmeplanung. Eine frühzeitige, detaillierte Festlegung der geplanten Wärmenetze ist für eine gesicherte, individuelle Heizungsplanung unerlässlich, gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Gas- und Ölpreisentwicklung.
Der zu erwartende, zunehmende Einsatz von Wärmepumpen (und der zunehmende Umstieg auf Elektromobilität) erfordern auch eine Aussage dazu, wie der Strombedarf hierzu durch erneuerbare Erzeugung innerhalb des Stadtgebietes abgesichert werden kann.
Integrierte Quartierskonzepte (vgl. Klimaschutzkonzept) eröffnen die Chance, die Zukunft von als besonders sanierungswürdigen Quartieren oder solchen mit vorhandenen Energieversorgungsinfrastrukturen unter intensiver Beteiligung der Betroffenen zu sichern und nach städtebaulichen, denkmalpflegerischen, baukulturellen, wohnungswirtschaftlichen und sozialen Aspekten zu entwickeln. Wir streben daher an, ein Modellprojekt mit Beispielwirkung für die Umsetzung klimafreundlicher Technologien und Konzepte zu initiieren. Dies kann über die KfW-Förderung für Quartierskonzepte (432) finanziert werden und im Anschluss durch einen Sanierungsmanager (ebenfalls förderfähig) umgesetzt werden.

Photovoltaik und Windenergie

  • Dach vor Fläche! Der größte Vorteil der Dachinstallation ist, dass die Fläche bereits vorhanden ist. Wir setzen uns dafür ein, dass über die gesetzliche Pflicht bei Neubauten und grundlegenden Sanierungen hinaus, lokal zunächst auf Dachflächen statt großflächiger Versiegelung von Bodenflächen gesetzt wird. Sollte aus wirtschaftlichen Erwägungen und mit Blick auf die Erreichung der Klimaziele eine Freiflächenanlage in Betracht kommen, fordern wir die Umsetzung eines Kriterienkatalogs für Freiflächen-PV-Anlagen, wie er vom Klimaschutzmanagement der Stadt Bad Sachsa bereits erarbeitete wurde.
  • Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Stadt ihrer Verantwortung gerecht wird und auf allen öffentlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen installiert werden.
  • Um Bürger:innen bei der energetischen Sanierung und der Senkung ihrer Energiekosten zu unterstützen und zugleich das Erreichen der um Klimaschutzziele sicherzustellen, wollen wir ein kommunales Energie-Beratungsangebot schaffen. Denkbar wären auch erste Energie-Checks (z. B. Solar-Check, Heizungs-Check) für Eigentümer, um Sanierungsstau abzubauen.
  • Überbauung von städtischen Parkplätzen mit PV- Anlagen prüfen: zusätzlicher Nutzen für große versiegelte Flächen, Gewinnung klimafreundlicher Energie mit direkter Vermarktungsmöglichkeit für darunter parkende E-Fahrzeuge, Verschattung.

Bürgerenergie fördern – Beteiligung für alle ermöglichen

Die Förderung der Bürgerenergie ist für uns ein zentraler Baustein, um die Energiewende lokal, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch umzusetzen. Um verstärkt erneuerbare Energien zur Wärme- und Stromversorgung zu nutzen, sollte Bad Sachsa einen Fokus auf die Unterstützung und Förderung des Baus von bürgerfinanzierten Energieanlagen legen und eine Beteiligung der Kommunen bei Bürgerenergieprojekten angestrebt werden. Denn die Kooperation der Kommune mit Energiegenossenschaften ist naheliegend, da sie gemeinsame Ziele verfolgen: Eine dezentrale Energieversorgung mit Erneuerbaren Energien, die mehr Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen bringt, lokal einen Beitrag zum Klimaschutz leistet und zudem die Wertschöpfung in der Region hält. Wir unterstützen daher die Zusammenarbeit mit Bürgerenergiegenossenschaften, um die dezentrale Energieerzeugung in Bürgerhand voranzubringen und für die Bürger:innen sinkende und planbare Energiekosten sowie eine Beteiligung am wirtschaftlichen Erfolg der Genossenschaft zu ermöglichen. Wir unterstützen die bereits existierende Regionalgruppe Südharz der Bürgerenergie Harz eG, die bereits Beratungsangebote umgesetzt hat und konkrete Projektideen entwickelt hat.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Wohnen in Bad Sachsa soll attraktiv und erschwinglich bleiben. Wohnraum kann durch Neubauten und den Erhalt bestehender Gebäude geschaffen werden. Im Zentrum sollte eine nachhaltige Stadtentwicklung stehen mit einer kompakten, klimaresilienten Stadtstruktur, die den Flächenverbrauch minimiert, erneuerbare Energien fördert und die soziale Mischung stärkt. Dafür setzen wir uns ein:

Nachhaltige Stadtentwicklung: Wohnraum schaffen, ohne Natur zu verlieren

Wir setzen uns für ein Gleichgewicht zwischen ausreichendem Wohnraum und damit verbundenem Flächenbedarf und Verkehrsdichte ein. Generell sollte wieder höher gebaut werden, beispielsweise durch die Aufstockung bestehender Gebäude. Das Angebot für Familien mit Kindern sollte bedarfsgerecht ausgebaut werden. Wir setzen uns für eine klimagerechte Bauleitplanung ein, die eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung gewährleistet, die natürlichen Lebensgrundlagen schützt und den Klimaschutz sowie die Klimaanpassung auch in der Stadtentwicklung fördert. Dies schafft eine Grundlage für zukünftige Planungen und damit Transparenz und Verlässlichkeit für Bauinteressierte und Verwaltung zugleich.

Das Baulücken- und Leerstandskataster soll als Grundlage für die Innenentwicklung Bad Sachsas noch intensiver genutzt werden.

Eine grüne Stadt: Für ein klimaresilientes und lebenswertes Stadtbild

  • Wir stehen für klimaangepasstes Bauen und setzen uns für die Verwendung nachhaltiger Rohstoffe ein.
  • Regenwasser muss gut versickern können und Grünflächen mit Bäumen geschaffen werden, um die Stadt im Sommer zu kühlen. Das trägt zugleich zur Flächenentsiegelung bei und leistet im Idealfall einen Beitrag zum niedersächsischen Entsiegelungskataster, in welchem die Kommune gem. § 19 NklimaG bis 31.12.2026 die eigenen Potenziale erfassen muss.
  • Nachhaltiges Grünflächenmanagement: ermöglicht eine Aufwertung und Zukunftsfähigkeit der städtischen Grünflächen, reduziert Pflegeaufwand und -kosten und fördert die Verbesserung des Stadtklimas. Wir setzen uns ein für die Umwandlung herkömmlicher Grünflächen in artenreiche, mehrjährige Wiesen und Blühflächen (in Anlehnung an die Blühwiese an der Normaluhr). Die Bepflanzung mit einheimischen Pflanzen und Sträuchern fördert zudem die Biodiversität.

Natur- und Umweltschutz für mehr Biodiversität

Die bewaldete Südharzer Karstlandschaft ist einzigartig in Mitteleuropa, ein weltweit anerkannter Hotspot der Biodiversität mit überragender Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Diesen Schatz an geologischer und biologischer Vielfalt gilt es zu erhalten und für einen sanften Tourismus und nachhaltige wirtschaftliche Regionalentwicklung zu nutzen.

Wir setzen uns für einen konsequenten Stopp der Erweiterung bestehender Abbaugebiete ein:

  • Für den Erhalt der einzigartigen, nicht wiederherstellbaren Ökosysteme
  • Für den Erhalt der Lebensqualität in den betroffenen Ortsteilen
  • Für die Einbindung des Naturschatzes Gipskarst in ein nachhaltiges, ressourcenschonendes Tourismuskonzept für Bad Sachsa.

Klimafolgenanpassung

Extremwetterereignisse nehmen auch bei uns zu – seien es häufigere Hitzeperioden und längere Trockenphasen oder auch Starkregenereignisse mit Überschwemmungen. Bad Sachsa verfügt über eine Vielzahl von Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen. Die Vielzahl älterer Einwohner:innen, Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen aber auch Familien mit Kindern und Tourist:innen sind von den sich verändernden klimatischen Bedingungen betroffen. Innerstädtische Kühlung nimmt daher eine wichtige Rolle in der Klimafolgenanpassung ein.

Wir setzen uns ein für:

  • Die Entsiegelung von Flächen hin zu einem versickerungsfähigen Boden nach dem Schwammstadtprinzip. Dies dient zugleich der Erfüllung gesetzlicher Pflichten, wonach die Stadt bis 2026 Entsiegelungsflächen nachhalten muss. Konkret wollen wir die Umsetzung von bauplanerisch festgelegten Ausgleichsmaßnahmen, wie z.B. die Begrünung vorhandener Parkflächen prüfen (z.B. Supermärkte)
  • Eine Begrünung der Stadt mit möglichst heimischen Bäumen und weiteren Pflanzen, die der Beschattung und Kühlung dienen.
  • Ein Konzept der Flächengestaltung, das die Begrünung auf privat und gewerblich genutzten Grund fördert. Hier wollen wir kommunale Anreize schaffen.
  • Mehr Trinkbrunnen, sowie klimatisierte öffentlich zugängliche Aufenthaltsräume, die die Bürger*innen und auch Tourist:innen bei extremer Hitze nutzen können.
  • Einen Hitzeaktionsplan als kommunales Strategiepapier zur Reduzierung hitzebedingter Gesundheitsrisiken, insbesondere für vulnerable Gruppen und die Nutzung verfügbarer Förderprogramme, die diese Maßnahmen der Klimaanpassung ermöglichen (z.B. KfW444 über das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.
  • Die stärkere Naturierung und klimaangepasste Weiterentwicklung der Waldflächen im Bad Sachsaer Stadtwald.
  • Bäume spenden Schatten, binden Feinstaub, verringern Lärm und verbessern das Mikroklima. Baumschutz fördert die Artenvielfalt und den Biotopverbund. Wir wollen daher die Einführung einer Baumschutzsatzung und eines digital verfügbaren Baumkatasters für öffentliche Flächen prüfen.
  • Insbesondere angesichts zunehmender Hitzeperioden und längerer Trockenphasen gewinnt die gezielte Nutzung von Wasser an Bedeutung. Der Handlungsbedarf bei Wasserhaushalt und Wasserwirtschaft ist in vielen Kommunen bereits hoch, eine Zunahme in den kommenden Jahren wird erwartet. Regenwasser ist dabei eine bislang kaum genutzte, kostenfreie Ressource: Vor Ort gespeichert, kann es Grünflächen und Stadtbäume bewässern, die Stadt kühlen oder in Gebäuden verwendet werden. Öffentliche Regenwasserspeicher wie sogenannte „Gehweg-Regentonnen" sind sichtbare Bausteine auf dem Weg zur „Schwammstadt". Wir wollen innovative Ansätze prüfen, um den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen.

Nachhaltige Mobilität

Ein wesentliches Element im Klimaschutz ist die MOBILITÄT. Alle sollen schnell, sicher und nachhaltig ans Ziel kommen. Ob zu Fuß, mit dem Bus, Fahrrad oder Auto. Während das Auto in unserer Kommune immer noch im Fokus steht, sollten wir Mobilität weiter und vernetzter denken – denn die Verfügbarkeit von ÖPNV und weiteren alternativen Angeboten erweitert den Aktivitätsraum für Jugendliche, ältere Menschen, Familien, Tourist:innen und alle weiteren Einwohner:innen deutlich. Zugleich birgt Mobilität erhebliches CO2-Einsparpotenzial, wie auch dem Klimaschutzkonzept der Stadt zu entnehmen ist. Dafür setzen wir uns ein:

Vielfältige Mobilität ermöglichen

Wir setzen uns dafür ein, dass ein Verkehrskonzept erstellt wird, das Alltagsverkehr und Tourismus im Sinne einer nachhaltigen Verkehrsplanung gemeinsam denkt. Die geplanten und bereits angestoßenen touristischen Projekte (z. B. der Wohnmobilstellplatz auf dem Schützenplatz) werden zu einem erhöhten innerstädtischen Verkehrsaufkommen beitragen. Daher beinhaltet dieses Konzept sowohl eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs durch verbesserte ÖPNV-Angebote und Carsharing, aber auch die Prüfung der Wiedereinführung und Digitalisierung des Hatix-Gästetickets als echten Mehrwert für Besucher:innen, aber auch eine verbesserte Luftqualität und weniger Lärmbelastung für alle.

Elektromobilität ausbauen

Wir setzen uns für eine ausreichende Zahl von Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes und die Schaffung von Mobilitätsstationen ein, so dass auch Bürger:innen ohne eigene Wallbox (z. B. Mieter:innen) umweltfreundlich elektrisch unterwegs sein können und den Wechsel zwischen den verschiedenen Fortbewegungsmitteln erleichtert bzw. ermöglicht wird. Das führt vor allen Dingen in der Innenstadt zu deutlich weniger Abgas- und Lärmbelastung. Gleichzeitig profitieren die kleinen touristischen Betriebe von einer adäquaten E-Infrastruktur für Rad und Pkw.

Rad- und Fußverkehr fördern

Bad Sachsa verfügt über ein bislang nicht vollständig ausgeschöpftes Potenzial im Bereich Radverkehr. Insbesondere bei Frauen, älteren Menschen und Kindern nimmt auch Zufußgehen einen bedeutenden Stellenwert für die Erhaltung der Alltagsmobilität ein. Wir setzen uns daher für ein Konzept ein, wodurch das Radfahren oder zu Fuß gehen Freude macht und ungefährlich möglich ist. Wir unterstützen den Ausbau von gut beleuchteten, sicheren Radwegen, die eine schnelle Fortbewegung innerhalb Bad Sachsas und in die Nachbarstädte ermöglichen.

Verknüpfung von Bahn und Bus optimieren

Die Verknüpfung der Kernstadt Bad Sachsa durch Linienbusse mit dem Bahnhof ist für die Züge von und nach Göttingen durch den VSN nur suboptimal gewährleistet, in Richtung Nordhausen ist dies bisher kaum gegeben. Die Bedienung der Haltestellen durch die Buslinien 470, 471 und 472 ist in den letzten Jahren deutlich ausgebaut worden, auch die Busse selbst sind inzwischen Stand der Technik. In anderen Bereichen Bad Sachsas sollten die Angebote weiter ausgebaut werden: u.a. neue Bushaltestellen im Bereich Salztalparadies und in Richtung Friedhof/Mosebergstraße und die Wohngebiete zwischen Brand- und Bismarckstraße.
Für eine optimale Einbindung in das Verkehrsnetz setzen wir zudem auf P&R Gelegenheiten für PKW und Fahrräder (Mobilitätsstationen) und auch auf eine kostenlose Mitnahme von Rädern in Bus und Bahn. Konkret wollen wir sichere Fahrradabstellmöglichkeiten am Bahnhof schaffen, Mitfahrbänke beleben sowie die Etablierung einer E-Lastenrad-Verleihstation (kostenloses Angebot des ADFC LK GÖ) prüfen. Ferner muss in Zusammenarbeit mit den Landkreisen Göttingen und Nordhausen eine Verbesserung der Verbindung erreicht werden.

Umsteigen von einem Verkehrsträger auf den anderen erleichtern

Wir fördern Mobilitätsstationen, u.a. zur Erleichterung des Wechsels vom privaten PKW zum ÖPNV, Umstieg vom E-Bike bzw. vom Elektroauto in den Bus oder in die Regionalbahn, Umstieg vom Bus ins Taxi, Umstieg von der Regionalbahn in ein Carsharing-Auto.

Menschen unterstützen, die nicht Auto fahren können oder wollen

Bürger:innen ohne Führerschein sind in unserer Stadt benachteiligt. Wir wollen daher moderne Konzepte wie ehrenamtliche Fahrdienste mit E-Autos oder Rufbusse unterstützen, um die Mobilität im ländlichen Raum zu fördern und soziale Teilhabe zu ermöglichen. Erfolgreiche Beispiele in der Region gibt es bereits (z.B. Mobiles Eisdorf, Mobiles Badenhausen oder die Söseflitzer), sodass übertragbare Konzepte geprüft werden können.

NEUE WEGE IM TOURISMUS

NEUE WEGE IM TOURISMUS

Bad Sachsas Hauptwirtschaftsfaktor ist der Tourismus. Wir brauchen eine zukunftsfähige touristische Neuausrichtung, um den klimatischen Herausforderungen zu begegnen und vorhandene Potentiale besser auszuschöpfen - ökologisch verträglich, sozial gerecht und digital kompetent. Bislang gibt es keine langfristige Tourismusstrategie und in der Verwaltung keine entsprechend fachkompetente Stelle. Mit dem Standortmarketing ist seit über einem Jahrzehnt die GLC Glücksburg Consulting AG beauftragt, der aktuelle Vertrag wurde 2024 geschlossen und läuft bis 31.12.2029. Ein externer Dienstleister kann Angebote nur zielgerichtet umsetzen, wenn ihm von der Politik strategische Leitlinien für die zukünftige Ausrichtung des Tourismusstandorts gegeben werden. Mit dem Ziel, klare politische Entscheidungen zu treffen, die den Tourismus als Wirtschafts- und Standortfaktor für Bad Sachsa fördern, setzen wir uns ein für:

Neuausrichtung des Tourismusstandorts durch Image & Strategie

Eine intakte Natur und Landschaft stellen attraktive Angebote für Tourismus und Erholung dar, die in Deutschland zunehmend genutzt werden. Auch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung verändert die Nachfrage nach touristischen Angeboten. Wir wollen die lokale Wirtschaft nachhaltig stärken durch ein nachhaltiges Tourismuskonzept, das eine Vision für Bad Sachsa 2050 entwickelt, um zukünftige Zielgruppen zu identifizieren und zielgerichtet Angebote zu schaffen, von denen auch die lokale Bevölkerung als Anbieter sowie Konsument profitiert. Ein schlüssiges, regionales Tourismuskonzept ist zudem eine zentrale Voraussetzung für öffentliche Fördermittel.
Konkret wollen wir die Vielzahl kleiner Beherbergungsbetriebe dabei unterstützen, ihr Angebot nachhaltig aufzustellen, um im touristischen Gesamtkonzept mit den großen Hotels durch entsprechende Weiterentwicklung langfristig bestehen zu können. Zugleich wollen wir mit einem sanften Tourismus die lokalen Besonderheiten hervorheben und unsere lebens- und liebenswerte Stadt für Bevölkerung und Besucher:innen erhalten.

Naturnahe Gestaltung des Ravensbergs als touristisches Highlight mit Vorbildcharakter

Der Ravensberg ist ein Aussichtsberg mit viel Potential als touristisches Highlight und nahes Ausflugsziel für die Bewohner der Stadt Bad Sachsa. Es führen verschiedene Wanderwege, Mountainbike-Strecken sowie eine geteerte Straße auf die Spitze des Berges, so dass er gut erreichbar ist. Das Potential dieses Berges wird zurzeit kaum genutzt. Das Gipfelplateau verfügt über nur sehr geringe Aufenthaltsqualitäten. Es ist mit einem Turm samt Nebengebäuden, unschönen Schotterparkplätzen sowie einem sanierungsbedürftigen Restaurant bebaut.
Unser Ziel: Der Ravensberg soll ein Vorbild für nachhaltigen Tourismus werden und zeigen, dass Ökonomie und Ökologie nicht im Widerspruch stehen.
Das Potential des Berges wird voll genutzt als Wanderziel, Aussichtsberg, Einkehrmöglichkeit sowie als Standort für moderne, nachhaltige, weitgehend autarke Übernachtungsmöglichkeiten.
Die Bergkuppe bleibt im Eigentum der Stadt Bad Sachsa. Es entsteht eine ökologisch vorbildhafte Ferienwohnanlage. Das gesamte Plateau wird neu und unter Beachtung ökologischer Kriterien gestaltet. Die Bergkuppe bleibt für die Allgemeinheit frei zugänglich. Über die bestehenden Parkplätze hinaus (auf der Kuppe, am Dreiherrenstein sowie beim Rodelhang) werden keine neuen Parkplätze angelegt. Stattdessen wird ein Rufbus eingerichtet (siehe auch unter „Mobilität“), der den Berg mit dem Stadtzentrum verbindet.

Salztalparadies als wetterunabhängige Attraktion zukunftsfähig gestalten

Bad Sachsa profitiert wirtschaftlich stark von seinen Touristen. Übernachtungs- und Tagesgäste konsumieren rd. 49 Mio. EUR p.a. in unserer Stadt; das entspricht einem Einkommensäquivalent von 854 Personen (vgl. dwif-Studie). Maßgeblichen Anteil am touristischen Erfolg hat auch die Bädergesellschaft (BBS) mit ihrem Sport- und Erlebnisbad und der Eislaufhalle, dem Salztalparadies, dessen Attraktivität es wiederherzustellen und zu erhalten gilt.

Hierzu halten wir mehrere Maßnahmen für wesentlich:

  • Die Betriebsführung muss in die alleinige Verantwortung des Managements der BBS zurückgeführt werden. Das reduziert die Kosten der Verwaltung und ermöglicht es der Stadt, wieder direkt in die Betriebsführung einzugreifen.
  • Die Transparenz über die wirtschaftliche Lage der Gesellschaft i(Besucherzahlen, Spartenergebnisse, Jahresabschlüsse) ist - auch für die Öffentlichkeit - wieder herzustellen.
  • Im städtischen Haushalt ist sauber darzulegen, welche finanzielle Unterstützung für die BBS erforderlich ist und geleistet wird, damit die Bürger:innen sehen, was dieser wichtige Betrag zum Tourismus kostet und ihn dann auch anerkennen können.
  • Öffnungszeiten und Tarife sind wieder bürgerfreundlich zu gestalten. Nur so kann es gelingen, die Besucherzahlen wieder zu erhöhen und verprellte Gäste zurückzugewinnen.
  • Zur Steigerung der Attraktivität, und um die Gäste aus dem Schwimmbad, der Sauna, aber auch der Eislaufhalle zum längeren Verweilen anzuregen sollte das Restaurant wieder geöffnet werden. Das erhöht nicht nur die Beleibtheit der Einrichtung, sondern liefert auch positive Beiträge zur Deckung der Kosten des Betriebes.
  • Zur Sicherstellung nachhaltiger Energielieferungen und um den erwarteten Kostensteigerungen durch die CO2-Bepreisung zu begegnen ist ein Konzept zu entwickeln, mit welchen regenerativen Energien das Blockheizkraft (BHKW) in Zukunft betrieben werden soll.

Lokale Wirtschaft und Mittelstand stärken

Wir setzen auf regionale Kreisläufe. Das heißt: lokale Unternehmen fördern, kurze Lieferwege stärken und nachhaltige Beschaffung in der Verwaltung umsetzen. Ein „Bad Sachsaer Wirtschaftsbündnis“ schafft den Austausch zwischen Stadt, Handwerk, Einzelhandel und Start-ups.

Grüne Gewerbeflächenentwicklung

Neue Gewerbeansiedlungen müssen ökologisch und flächenschonend erfolgen. Das heißt keine reinen Logistikflächen, sondern Räume für klimafreundliche Produktion, wissensbasierte Dienstleistung und zukunftsorientierte Technologien. Dabei sollen Dach- und Fassadenbegrünung, Photovoltaik und gute ÖPNV-Anbindung zur Pflicht werden. Dies alles gilt insbesondere für den weiteren Ausbau der geplanten touristischen Projekte (Ravensberg, Smart Hotel, Pferdeteich).

KULTUR IM ZENTRUM

KULTUR IM ZENTRUM

Gemeinsam gestalten, kulturelle Vielfalt sichtbar machen

Kultur, Kunst und Sport sind das kreative und aktive Fundament einer offenen, solidarischen und demokratischen Gesellschaft. Ein breites Angebot ermöglicht es Einwohner:innen und Gästen aller Altersgruppen, sich zu entfalten, Neues zu lernen und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Räume für Kunst & Kultur

Wir unterstützen die Weiterentwicklung eines Gesamtkonzepts für ein Kulturzentrum in Bad Sachsa, in dem lokale Museen und Einrichtungen wie das Heimatmuseum und die Bücherei Platz unter einem Dach finden und attraktive Veranstaltungsräume geschaffen werden, die von Bürgern und Touristen gleichermaßen genutzt werden können.
Das ehemalige Kurhaus bietet dafür ideale Voraussetzungen, ein zentraler Ort mit unbestreitbaren Vorteilen. Unsere Museen können Synergien z.B. bei Besucherbetreuung und Öffnungszeiten nutzen. Langfristig werden hohe Betriebs- und Instandhaltungskosten bei gleichzeitigem Leerstand bzw. eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten vermieden und der Haushalt entlastet ?. Darüber hinaus bleibt das Kurhaus als “Kulturhaus“ in öffentlicher Hand.

Sport und Freizeit

Wir setzen uns für den Erhalt und die Erweiterung von Sportstätten ein. Neben positiven Auswirkungen auf die Gesundheit ist Sport ein wichtiger kultureller und gesellschaftlicher Faktor, z.B. in der Jugendförderung und Integration.
Wir regen an, die Einrichtung eines Bolzplatzes oder einer Soccer Arena zu prüfen, die für alle Kinder frei zugänglich ist. Dabei sollte die Sportstätten-Planung in Zusammenarbeit mit Sportvereinen und mit Bürger*innenbeteiligung erfolgen.

Ortsteile einbinden - Ehrenamt stärken

Tradition und Bräuche sind feste Bestandteile des kulturellen Lebens in Bad Sachsa. Insbesondere in den Ortsteilen werden viele Veranstaltungen – auch neue Formate - kreativ und mit viel Herzblut und Engagement von Ehrenamtlichen und Vereinen organisiert und getragen. Sie schaffen Anlässe für gemeinsame Erlebnisse, stärken das "Wir-Gefühl" und bringen Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts, Herkunft und sozialer Schichten zusammen.
Hier entstehen tolle neue Ideen und kulturelle Angebote von Bürger:innen für Bürger:innen, die stärker in den Fokus gerückt und von der Stadt unterstützt, gefördert und in ein touristisches Konzept integriert werden müssen. Ob in der Nachbarschaft, Pflege, im Sport oder in der Geflüchteten-Hilfe.
Wir wissen: Ohne Ehrenamt geht es nicht – Ehrenamt braucht unsere Unterstützung.

Wir wollen:

  • Mehr Sichtbarkeit für Vereine und Ihre Veranstaltungen (z.B. bessere Präsentation auf der Website der Stadt und Tourismusinformation)
  • Mehr Unterstützung (finanziell und organisatorisch)
  • Mehr öffentliche Anerkennung (z.B. ein Ehrenamtspreis für besondere Projekte)

Dafür braucht es eine zentrale, kommunale Anlaufstelle mit einem offenen Ohr für die Anliegen und Bedarfe lokaler Akteure. Die Informationen und Unterstützung bietet, Austausch und Vernetzung fördert oder auch Fortbildungsangebote für Vereinsarbeit und Ehrenamtliche vermittelt.

Dorfbudget

Wir setzen uns für ein verlässliches eigenes Budget für unsere Ortsteile ein. Es soll den Ortsbeiräten, Ortsvorstehern oder Vereinen dazu dienen, kleine, gemeinwohlorientierte Projekte und Maßnahmen im Dorf direkt umzusetzen, ohne langwierige Genehmigungsverfahren durch den Stadtrat zu durchlaufen. Dies soll unabhängig vom Dorfbudget des Landkreises Göttingen in unserer Hauptsatzung aufgenommen werden (vgl. § 93 Absatz 2 S. 4 NKomVG).
In der Regel wird den Ortsräten über die Hauptsatzung ein bestimmtes Budget zugewiesen, über dessen Verwendung sie eigenverantwortlich entscheiden (z. B. für lokale Vereine, Heimatpflege, Veranstaltungen oder kleinere Infrastrukturmaßnahmen).
Wichtig dabei sind drei wesentliche Punkte: ein ausreichend hohes Budget (im Vorfeld zu definieren und abzustimmen, z. B. für lokale Vereine, Heimatpflege, Veranstaltungen oder kleinere Infrastrukturmaßnahmen), das Budget muss in das folgende Haushaltsjahr übertragbar sein (um Rücklagen zu bilden und Verzögerungen außerhalb des eigenen Verantwortungsbereichs zu begegnen) und der Ortsrat muss eigenverantwortlich handeln können.
Das allgemeine Recht des Rates der Gesamtgemeinde zum Beschluss der Haushaltssatzung bleibt unberührt, jedoch ist der Ortsrat bei den Beratungen rechtzeitig zu hören.

Erinnerungskultur

Wer unsere jüngere Geschichte kennt, versteht den Wert unserer Demokratie. Deshalb setzen wir uns für den Erhalt und die Weiterentwicklung unserer kulturellen Erinnerungsorte ein.
Das Grenzlandmuseum ist ein bedeutender Lern- und Begegnungsort für die Geschichte der deutschen Teilung und der friedlichen Überwindung von Grenzen. Es vermittelt die Erfahrungen von Unfreiheit und politischer Unterdrückung und macht zugleich deutlich, wie wertvoll Demokratie, Menschenrechte und europäische Verständigung sind.
Ebenso wichtig ist die Bewahrung der Erinnerung an die Kinder des 20. Juli. Das zukünftige Museum wird an die Familien der Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime erinnern. Die Geschichten dieser Kinder zeigen eindrucksvoll, welche Folgen Diktatur und politische Verfolgung für ganze Familien haben können.
Beide Einrichtungen sind wertvolle Kulturgüter unserer Region. Sie bewahren historische Zeugnisse, fördern politische Bildung und schaffen Räume für Dialog und demokratisches Lernen. Deshalb setzen wir uns für ihren langfristigen Erhalt und ihre stärkere Einbindung in Bildungs- und Kulturangebote ein.

Begegnungsräume

Integration gelingt dort, wo Menschen sich unvoreingenommen begegnen und austauschen können. Wir wollen interkulturelle Begegnungsorte für aller Einwohner fördern. Egal ob sie hier aufgewachsen sind, sich Bad Sachsa als neuen Lebensort ausgesucht haben oder nur kurze Zeit hier leben. Ein respektvolles, offenes Miteinander ist das Ziel.
Die LAB Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Sachsa bietet hier mögliche Anknüpfungspunkte für Kooperationen, um die dort vorübergehend lebenden Menschen bereits frühzeitig in die Kommune zu integrieren. Einzelne haben sich z.B. bereits eigeninitiativ bei der Aktion „Bad Sachsa putzt sich“ engagiert. Denkbar wäre z.B. ein zentral gelegener Bouleplatz o. ä., der unserer Stadt auch aus touristischer Perspektive attraktiver macht.

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Kontakt: bad.sachsa@remove-this.gruene-osterode.de

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