Informationaveranstaltung: Fluchtursachen und Folgen

 

Stefan Gräfe,  Associate Fellow der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik gab mit aktuellen Daten einen Überblick über Krisenherde, neue Konfliktkonstellationen und Fluchtwege.  Er machte deutlich, dass UN-Missionen es zur Zeit sehr schwer haben in vielen Konflikten, die keine klare Frontlinie haben, für eine Beruhigung der Lage zu sorgen. 65 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht, ein Großteil bleibt im Ursprungsland oder flieht in Nachbarregionen, oft ebenfalls Krisengebiete. Nur ein kleinerer Teil schafft die Flucht bis nach Europa. Wie gefährlich die Flucht über das Mittelmeer für die Menschen ist, ist uns bewusst. Sebastian Gräfe machte das Publikum darauf aufmerksam, dass der gefährlichere und grausamere Teil der Flucht die Routen durch den afrikanischen Kontinent sind, denn dort sind die Flüchtlinge Willkür, Misshandlungen und Folter ausgesetzt.

Zwei 21-jährige Männer aus Syrien, die jetzt in Schwiegershausen leben, sprachen auf dem Podium, über ihre Flucht. Herr Thaljeh,  kam im Frühjahr 2015 über den afrikanischen Kontinent und das Mittelmeer,  Herr Alasfar über die Türkei und die Balkanroute zu Fuß nach Europa. Mittlerweile haben beide so gut Deutsch gelernt, dass sie sich um einen Studienplatz für Zahnmedizin bzw. Architektur bemühen.

Almut Mackensen, Kandidatin für den Stadtrat und Flüchtlingspatin, berichtete von überwiegend positiven Erfahrungen mit geflüchteten Menschen, die Mut machen, dass das neue Miteinander gut gelingen kann. Sie machte auch deutlich, dass seitens der Landesregierung schon viel für die Aufnahme der geflüchteten Menschen und die Integrationsförderung auf den Weg gebracht wurde.

Polizeihauptkommissar Thomas Spieker antwortete auf Fragen über die Sicherheitslage hier im Landkreis und machte deutlich, dass sich die Situation für die Kreisbewohner als nach wie vor ruhig darstellt. Flüchtlinge seien an 94 Straftaten beteiligt gewesen, ein Anteil von 4% an allen Straftaten seit November 2015. Dabei seien sie auch Opfer gewesen und bei den meisten Straftaten handele es sich um Konflikte zwischen Flüchtlingen. Spieker: „Trotz gelegentlicher Zwischenfälle aufgrund kultureller Unterschiede leben wir hier in Osterode eigentlich in einer ziemlich heilen Welt“.

 

In der Anschließenden Diskussion wurden Forderungen für die Flüchtlings- und Migrationspolitik genannt, unter anderem die Senkung der Fahrpreise im ÖPNV, Unterstützung der Schulen z.B. mit Formularen in den gängigen Sprachen und Dolmetschern für wichtige Gespräche. Das deutsche Waffenexporte, die Gefährlichkeit von Auseinandersetzungen verstärkten, wurde als sehr problematisch angesehen. Auf die Frage von Viola von Cramon, die die Veranstaltung moderiert hatte, nach einem Abschlussstatement, wünschte sich Herr Alasfar mehr Gelegenheiten für Begegnung in Osterode. Almut Mackensen schloss sich abschließend diesem Wunsch an, mit der Begründung, dass es für ein gutes Miteinander in Osterode wichtig sei, das Begegnung leicht möglich ist.

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