Kommunalpolitische Diskussion zum Thema "Flüchtlinge"

Susanne Mende (Kirchenkreis Harzer Land), Anja Bengsch (Vorstand Grüne), Pascal Simoleit (Koordinierungsstelle Migration), Julia Hamburg (MdL), Clarissa Reisen-Bergmann (Vorstand Grüne), Raymond Rordorf (Sprecher Ratsfraktion).

Osteroder Grüne diskutierten Thema Flüchtlingshilfe

 

Die Osteroder Stadtratsfraktion der GRÜNEN hatte sich bei ihrem Monatstreffen im November das Thema Flüchtlingshilfe und -betreuung vorgenommen und dazu Fachleute eingeladen.

Als Gäste kamen die grüne  Landtagsabgeordnete Julia Hamburg und Pascal Simoleit von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe des Landkreises Osterode am Harz. Fraktionsvorsitzender Raymond Rordorf aus Osterode leitete die Diskussion.

Julia Hamburg berichtete aus landessicht über die weiter steigende Anzahl von Flüchtlingen, die nach Deutschland und damit auch nach Niedersachen kommen. Die Anzahl der auf die Gemeinden verteilten Flüchtlinge werde in 2016 weiter deutlich steigen. Verbunden damit seien steigende Kosten für Flüchtlingsbetreuung und Unterbringung, wobei das Problem, überhaupt sachgerechte Unterbringung zu gewährleisten immer schwieriger werde. Unpopuläre Themen, wie die Beschlagnahmung von Wohnraum für die Erstunterbringung müssten auf Landesebene erwogen werden. Für die Betreuung in den Gemeinden habe die Landesregierung  Finanzmittel für 267 Schulsozialarbeiter und Flüchtlingssozialarbeiter bereitgestellt. Das Land sehe dringenden Handlungsbedarf sich in den Flüchtlingsunterkünften vermehrt um das Thema Gewalt und sexuelle Übergriffe zu kümmern.  Julia Hamburg wies darauf hin, dass das Land vor einem Berg von Aufgaben stehe, die zwar bekannt seien aber nur langsam abgearbeitet werden können. „Die Behörden arbeiteten am Rande ihrer Belastungsfähigkeit“, ist Julia Hamburgs Eindruck.

Pascal Simoleit berichtete über seine Arbeit in der Koordinierungsstelle für Migration, die er seit sechs Monaten für den Landkreis Osterode ausführt. Seine zentrale Aufgabe sei die Koordination von ehrenamtlichem Engagement für Flüchtlingshilfe, das, nach seiner Meinung, im Landkreis Osterode beispielhaft gut ausgeprägt sei, „hier bei uns werde eine Integrationsarbeit an der Basis geleistet, die keine Behörde leisten könne“. Dabei könne er selber allerdings materiell nur sehr begrenzt helfen, da er keinen Etat hätte, private Aufwendungen, etwa für Lehrmittel oder Fahrkosten, zu bezahlen.  Zu den Aufgaben der Koordinierungsstelle gehöre auch die Ausbildung von Integrationslotsen. Der erste Kurs habe gerade zu 21 zertifizierten Abschlüssen geführt. Ein nächster Kurs werde 2016 folgen. Weiter würden im Landkreis zukünftig zwei Stellen für Flüchtlingssozialarbeiter eingerichtet, die über Träger beschäftigt werden sollen.  Eine virtuelle Karte der Flüchtlingshilfe und Ehrenamtskoordination im Landkreis Osterode am Harz ist das neueste Projekt der Koordinierungsstelle. Diese Karte im Internet solle die Information und Vernetzung der ehrenamtlich und professionell Tätigen untereinander noch direkter unterstützen.

Susanne Mende vom Kirchenkreis Harzer Land berichtete von Unterstützungsmöglichkeiten der Kirche für die Flüchtlingshilfe. So werden Kollekten speziell für Flüchtlinge und zur Unterstützung der Ehrenamtlichen gesammelt und es sei auch vom Kirchenkreis die Einrichtung einer Stelle für Flüchtlingssozialarbeit  geplant.

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