Grüne lehnen vierspurigen "Harzring" ab

Grüne Mitgliederversammlung lehnt Initiative "Vierspuriger Straßenring" für den gesamten Harz ab


In der letzten Mitgliederversammlung der GRÜNEN im Landkreis Osterode ging es auch um die "Länderübergreifende gemeinsame Erklärung zum vierspurigen Harzring". In dieser Erklärung fordern die in der "Initiative Harz" aktiven Oberbürgermeister, Bürgermeister und Landräte der Harzregion einen massiven Ausbau von Harzrandstraßen.

Die Grüne Kreistagsfraktion hatte schon deutliche Kritik an der Planung formuliert, weil der Straßenbau deutlich zuviel Finanzmittel binden würde, die sinnvoller für integrierte Verkehrskonzepte ausgegeben werden sollten, so Reiner Schenk von der Osteroder Kreistagsfraktion. Die Mitgliederversammlung im März sah das nun genauso und folgte dabei den Argumenten der Fraktion:

Neben den grundsätzlichen Bedenken zum Klima - Straßenbau hat noch immer den Autoverkehr gefördert und trägt damit zur weiteren Klimaschädigung bei - ist der geforderte Ring vor allem eines: nämlich nicht das ist, was der Harz wirklich braucht. Anders als in der Erklärung dargestellt, ist das Harzvorland heute schon hervorragend erschlossen: 300 km Harzumrundung sind in nur 3 Stunden möglich. Nach Auffassung der Grünen sollten hiesige Politiker endlich aufhören, unsere Heimat schlechtzureden. Das sei nicht nur für die Außendarstellung kontraproduktiv.
Vielmehr ist es doch so, dass die vorhandenen Lücken heute schon so wenig Verkehrshindernis sind, das sich die Anwohner vor Durchgangsverkehr kaum retten können. Und die geforderte Nordverlängerung der A 71 im Ostharz ist auch nur eine Verkürzung der Direktverbindung zwischen Würzburg und Schwerin. Noch mehr Durchgangsverkehr. Nutzen für die Region: Null.
Deswegen unterstützen Bündnis 90/Grüne den zügigen Weiterbau geplanter Ortsumgehungen, genauer: kreuzungsfreier Ausbau von B 243, B 82, B 86 und B 180 sowie eine zusätzliche Spange im Mansfelder Land zur A 14 AS Plötzkau. Diese haben nämlich doppelten Nutzen: Sie entlasten die Menschen vom lästigen Durchgangsverkehr und stellen anders als Autobahnen auch schnelle Verbindungen in der Region her.
Und trotz knapper Kassen bleiben dann auch Gelder für andere, wichtige Projekte:- Beschleunigung der Bahnverbindungen, denn die Bahn ist auf dem Harzring heute nicht einmal halb so schnell wie das Auto.- Ausbau der Fahrradinfrastruktur, denn auch im Harzvorland ist die Hälfte aller zurückgelegten Strecken kürzer als 10 km und damit ideal fürs Fahrrad.

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