Landvolkchef-Polemik geht am Problem vorbei


Dass auf Kreisverbandsversammlungen des Landvolkes die Landwirtschaftsminister in Niedersachsen kritisiert werden ist ok, dass aber mit der "harschen Kritik" an dem Grünen Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Christian Meyer, nicht ein fachliches Argument verbunden wird, sondern nur polemische Äußerungen einhergehen, zeigt deutlich das Dilemma des Landvolkes. Der konsequente Einsatz des Ministers für Tierschutz und Umweltbelange liegt im Interesse der allermeisten niedersächsischen Verbraucherinnen und Verbraucher. Hierzu gehören an erster Stelle die Begrenzung und Kontrolle der Massentierhaltung und der damit einhergehenden Tierquälerei: Schnäbelabschneiden bei Legehennen und Puten, Käfigquälerei, lebenslange "Einzelhaft" für Sauen, Ringelschwanzkupieren bei Ferkeln. Wer will das? Dass sich Christian Meyer besonders für Ökolandbau einsetzt ist weniger Ideologie als Nachholbedarf. Der Flächenanteil für Biolandwirtschaft lag in Niedersachsen Ende 2013 bei 2,9%, bundesweit waren es mehr als doppelt soviel 6,4%. Ich frage mich wieder einmal, warum vertritt der Landvolkvorsitzende Danne in der Öffentlichkeit so vehement die Interessen von industrieller Landwirtschaft und schadet damit Betrieben, wie seinem eigenen. Und die Nachwuchssorgen in der Landwirtschaft auf zeitgemäße Verbraucherpolitik von Meyer zu schieben, so Landvolk-Kreisvorsitzender Hartmut Danne, ist schon echt krass. Ich sehe eher Nachwuchsprobleme des Landvolkes bei ihrem Spitzenpersonal, bei dem Zukunftsthema sollte man sich ernste Gedanken um die Verjüngung machen.

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