Pressemitteilung zur IGS-Befragung
Grüne diskutierten Ergebnis der Gesamtschulbefragung
Thema nur vorübergehend vom Tisch - Forderung nach neuem Schulentwicklungsplan
Der kommunalpolitische Arbeitskreis der Osteroder Grünen hat in seiner Mai-Sitzung die Ergebnisse der Elternbefragung zur Einrichtung einer integrierten Gesamtschule (IGS) diskutiert und Perspektiven für einen nächsten Anlauf besprochen. Nach Meinung der Grünen war abzusehen, dass die Schülerzahl für ein neues Schulangebot im Landkreis nicht ausreichen wird. Gründe dafür liegen auf der Hand und sind landespolitisch gewollt: Grundsatz der Fünfzügigkeit mit 14-jährigem Bestand. Kleine Landkreise, wie Osterode am Harz, treffen solche Hürden hart, da die Bevölkerungsentwicklung hier auch langfristig keine Änderung erwarten lässt. Die Grünen verlangen daher erneut, dass die Einrichtung von Gesamtschulen landkreisspezifisch flexibel genehmigt wird. "Wir wollen uns nicht damit abfinden, dass unser kleiner Landkreis aufgrund eines starren niedersächsischen Schulgesetzes dauerhaft auf eine IGS verzichten soll", so Sprecher der Grünen und Mitglied des Kreisschulausschusses Raymond Rordorf. Ein breites Schulformenangebot sei ein wichtiger Standortfaktor im Wettbewerb um Firmenansiedlungen und für die Wohnortwahl von jungen Familien.
Die Grünen sehen aber auch hausgemachte Mängel bei der jüngsten Elternbefragung. Es reichen nicht einige Wochen der Elterninformation, um solch grundsätzliche Bildungsfragen reifen zu lassen. Wichtig sei auch, eine allgemeine Berfragung zur Schulformwahl voranzuschicken, ohne einen konkreten Schulstandort vorzugeben, wie es die Landkreisverwaltung mit der Stadt Osterode vorab festgelegt hat. Eltern sollen, so der Vorschlag der Grünen, ohne schon an den Schülertransport zu denken, anmelden, welche Schulform sie wählen würden. Diese Ergebnisse müssten Grundlage eines gemeinsamen Schulstrukturkonzeptes sein, das den ganzen Landkreis Osterode umfasse. Was davon realistisch umzusetzen ist, sei der zweite Schritt und in einem Schulentwicklungsplan zu beschließen. Außerdem müsse die politische Auseinandersetzung mit der aktuellen Landesregierung und ihrem Festhalten an einem überholten Schulsystem verstärkt werden. "Qualifizierte Schulabschlüsse für alle Schülerinnen und Schüler erfordern differenzierte Angebote; leider sind wir bei uns davon auch 2010 noch weit entfernt", so Rordorf abschließend.
Zu den Leserbriefen von Helga Meyer und Prof. Dr. Wilms im HK vom 18.08.09
Widersprüchlich und Zynisch
Es ist widersprüchlich und sogar zynisch, wie sehr Frau Meyer und Herr Prof. Dr. Wilms sich in ihren Leserbriefen für den Erhalt der Kernkraft als Energieträger stark machen. Laut Versprechen ihrer Partei zielt „Liberale Mittelstandspolitik (...) auf die Leistungsfähigkeit der kleinen und mittleren Betriebe." Haben die beiden Mitglieder des FDP Kreisverbandes Osterode denn übersehen, dass gerade im Bereich der regenerativen Energien in den letzten Jahren bundesweit über 280.000 neue Arbeitsplätze entstanden sind?! SMA in Kassel zum Beispiel stellt erfolgreich Wechselrichter für Solarkollektoren her und hat während der letzten Jahre neue Produktionsstätten und Tausende von neuen Jobs geschaffen. Von neuen Förderschwerpunkten wie dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz), das noch von der rotgrünen Bundesregierung vorangetrieben wurde, profitieren zahlreiche Handwerksbetriebe im Landkreis, die als Zulieferer oder durch Installation und Wartung von moderner Umwelttechnik wie Windkraft, Solarkollektoren und regenerativer Heiztechnik nicht nur Arbeitsplätze erhalten, sondern selbst in der aktuellen Krise neue Jobs geschaffen haben - und all das absolut klimafreundlich!
Eine Laufzeitverlängerung von Kernkraftwerken schädigt mittelständische Betriebe und das Handwerk zu Gunsten der Energieriesen. Sollen wir diese Vormachtstellung zu Gunsten einer hochgefährlichen Technologie - Tschernobyl lässt grüßen - aufgeben?!
Sollte man den Wünschen von Herrn Prof. Dr. Wilms folgen, würden die Milliardengewinne der Stromkonzerne nicht zur Lagerung und Beseitigung des hochradioaktiven Giftmülls aus Kernkraftwerken verwendet, sondern der Steuerzahler müsste einmal mehr die erheblichen finanziellen Lasten tragen. Übrigens ist die Entsorgungsfrage bis heute nicht geklärt, denn die Asse in Wolfenbüttel „säuft ab" und bis heute weiß niemand eine Antwort darauf, wie die radioaktiven Fässer geborgen und entsorgt werden sollen. Vielleicht sollten Frau Meyer und Herr Prof. Dr. Wilms ´mal eine kurze Reise zur Asse in das nahe gelegene Wolfenbüttel wagen und die Leute dort vor Ort nach deren Sorgen und Ängsten befragen. Befände sich das Atommülllager in Osterode, würden die Beiden sicher nicht der Atomlobby nach dem Munde reden!
Jürgen Rähmer
Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Osterode a.H.










